Nehmt einander an wie Christus Euch angenommen hat, zu Gottes Lob!

Das soll nun das Motto des Jahres 2015, dass wir einander annehmen! Mit Jesus zum Vorbild zu Gottes Lob!

Das klingt zuerst ganz modern: „Nehmt einander an!“ Ein neues Schlagwort unserer Zeit und unserer Gesellschaft heißt „Diversität“, Verschiedenartigkeit. Die Idee ist, dass Menschen unterschiedliche Wege und Rezepte haben, glücklich zu sein, und dass alle diese Wege gut und richtig sind. Jeder soll für sich selbst bestimmen, wie er glücklich werden will. Toleranz ist gefragt, jede Art von Urteil über den Weg und das Rezept zum glücklich sein eines anderen Menschen verboten.

Aber, sind wirklich alle Wege und Rezepte zum Glück gleichermaßen gut und richtig? Die Frage ist so alt wie die Menschheit und wir können sie nicht einfach wegwischen. Denn, wenn es Wege und Rezepte gibt, die einem Menschen Glück versprechen aber Unglück bringen, und wir wüssten das, wäre es dann nicht unsere mitmenschliche Pflicht, ihm das zu sagen? Die Forderung, dass alle Wege und Rezepte zum Glück gleich gültig sein sollen, verpflichtet uns darauf, unsere Mitmenschen gleichgültig zu betrachten, ohne Liebe, ohne Sorge um ihr Wohlergehen. „Sollen sie sehen, wo und wie sie enden; Hauptsache ich werde glücklich!“ Kann das ein Motto sein für eine menschliche Gesellschaft?

Nur, wenn wir davon überzeugt sein könnten, dass wirklich alle Wege und Rezepte, die Menschen ausprobieren, zum Ziel führen: ein glückliches Leben. Ob das stimmt, weiß nur der, der das menschliche Leben erfunden hat: Gott, der Schöpfer des Himmels, der Erde und des menschlichen Lebens. Weil Gott uns kennt und die Fragen, die uns umtreiben, hat er uns eine Antwort gegeben auf die Frage, ob alle Wege und Rezepte gleich gültig sind. Seine Antwort lautet: Nein! „Glücklich ist der Mensch, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern Gottes Gesetz liebt und darüber nachsinnt Tag und Nacht!“ (Psalm 1:1-2) Gottes Gesetz ist die Anweisung zu einem schönen, gelungenen Leben. Alle anderen Rezepte und Wege machen nicht glücklich!

„Nehmt einander an wie Christus Euch angenommen hat!“ sagt das Motto. Der Zusatz „wie Christus Euch angenommen hat“ ist ganz wichtig, damit wir das Motto nicht als modernen Aufruf zur Gleichgültigkeit missdeuten. Denn Jesus hat uns nicht mit Gleichgültigkeit, sondern mit größter Liebe angenommen, besorgt um unser Wohl, bereit, dafür zu sterben. Bei Jesus gab und gibt es nie einen Zweifel, was der richtige Weg zum Glück ist: „Du sollst Gott den Herrn lieben von ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Verstand“ und „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst.“ Daran hängt das ganze Gesetz (Matth. 22:37ff.). Jesus hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass es gute und schlechte, richtige und falsche Wege gibt.

„Annehmen“ hat im Neuen Testament vielfache Bedeutung. Manchmal bedeutet es, jemanden in sein Haus aufzunehmen, freundlich zu behandeln und alles, was man hat, mit ihm zu teilen. Manchmal bedeutet es, jemanden in sein Herz aufzunehmen, ihm als Freund Zuneigung zu schenken. Manchmal bedeutet es, jemanden als Begleiter mitzunehmen auf einen gemeinsamen Weg, ihm unterwegs zu helfen, wenn er stolpert, ihn zu stützen, wenn er fällt, ihm die Richtung zu weisen, damit man gemeinsam mit ihm am Ziel ankommt. Manchmal bedeutet es, jemanden bei der Hand zu nehmen und beiseite zu führen, um ihm etwas zu erklären, einen Rat zu geben oder um ihn vor einem Fehler zu bewahren. In all diesen Bedeutungen schwingt immer dieselbe Idee mit: Jemandem mit Liebe zu begegnen und ihn mit Güte zu unterstützen. Das ist das Gegenteil der Gleichgültigkeit, die unsere moderne Gesellschaft fordert.

Urteil ist gefragt! Einander Annehmen wie Christus uns angenommen hat beginnt mit der Einsicht, dass es richtige und falsche Entscheidungen gibt. Wir sind aufgerufen, einander zu helfen und zu unterstützen, auf dem richtigen Weg zu bleiben. Aber nicht mit harscher Zurechtweisung und kalter Gesetzlichkeit, sondern so liebevoll und freundlich, wie Jesus es getan hat. In den vielen Begegnungen Jesu mit Menschen, die auf Weg ins Verderben waren, sehen wir, wie er Menschen angenommen hat: Mit Freundlichkeit, der Zusage von Vergebung, und dem klaren Hinweis: „Sündige hinfort nicht mehr!“ Das heißt: Ändere Dein Leben und Deinen Lebenswandel und lebe so, wie es Gott gefällt.“ Das soll unser Vorbild sein, so sagt es die Jahreslosung. Unsere Mitmenschen ins Verderben laufen zu lassen, wäre unmenschlich. Ihnen in Liebe den richtigen Weg zum Glück zu zeigen und sie auf diesem Weg zu begleiten und zu unterstützen ist unsere Aufgabe.

Nichts überzeugt so sehr wie ein praktisches Beispiel. Fangen wir also miteinander an. Anstatt Fehler zu kritisieren, helfen, sie zu vermeiden. Anstatt andere links liegen zu lassen, ihnen Aufmerksamkeit und Fürsorge schenken. Miteinander unterwegs sein auf dem Weg zu Jesus. Wenn Menschen, die Jesus nicht kennen, das sehen, werden sie neugierig, spüren, das ist etwas, das meine Rezepte zum Glück mir nicht bieten und mir auf meinem Weg nicht begegnet. Sie fühlen sich angezogen und lernen Gott und seinen Weg zum Glück kennen. Und loben ihn für seine Güte und Herrlichkeit.

Wo das geschieht, haben wir unseren Auftrag gut erfüllt, und Gott freut sich über uns. Was könnte Besseres passieren im Jahr 2015?

Ich wünsche Ihnen ein gutes, glückliches Jahr und viele Erfahrungen mit dem Motto: Nehmt einander an wie Christus Euch angenommen hat, zu Gottes Lob.

Ihr Pastor Jürgen von Hagen